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Buhai: asphalt und sand (Review)

Artist:

Buhai

Buhai: asphalt und sand
Album:

asphalt und sand

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Deutschsprachiger Art Pop, Kraut, Singer/Songwriter

Label: Waterfall Records/Broken Silence
Spieldauer: 40:11
Erschienen: 22.05.2026
Website: [Link]

Worauf bauen BUHAI denn nun lieber – auf Asphalt oder Sand?
Wer auf Sand baut, hat bekanntlich keine großartige Zukunft vor sich, darf daher aber kreativ auf die unterschiedlichsten Förmchen und Ideen hoffen. Asphalt dagegen pflastert alles zu, gibt der Natur kaum eine Chance, sich Bahn zu brechen. Doch dann ist da doch immer wieder ein Spalt, durch den sich feines Löwenzahn-Grün zwängt.
Es ist dieses ewige „vielleicht“, dem BUHAI nachhängen – und das sie bereits auf ihrem Debüt angestoßen haben: „Eine kleine Weile warte ich vielleicht noch / Vielleicht kommt es am Ende doch / Vielleicht, vielleicht, vielleicht...“
Vier Jahre musste man also warten, bis das BUHAI-Debüt seinen Nachfolger erhielt – und ob es nun auf Sand gebaut oder im Musikmarkt fest betoniert ist, wird sich zeigen – Vielleicht...


BUHAI lassen für „asphalt und sand“ den Hörer entscheiden, auf welcher Seite er steht. Und während die noch grübeln, beschenkt die Berliner Band sie mit einem verträumten deutschsprachigen Album – nach „Buhai“ (2022) ihrem zweiten – das wie der oft nachdenkliche Soundtrack dazu klingt, der aber von Anfang an komplett auf „das gefühl“ setzt und damit gefühlsmäßig die Sand-Asphalt-Problematik einleitet.
Ständig muss man sich entscheiden.
Oft ist die eine wie die andere Entscheidung nicht ideal.
Wir leben im Zeitalter der Kompromisse. Kompromisse, die BUHAI allerdings in ihrer Musik nicht eingehen. Denn bei dem kräutrigen Pop-Quartett gilt ein „egal wohin“ und dabei lässt man sich eher vom Kaffeesatz als von irgendwelchen mit beiden Füßen im Leben stehenden und einen vor allem warnenden Strategen leiten.


Ein wenig Protest ist hierbei wohl auch, dass auf dem LP-Cover entgegen aller Rechtschreibregeln nur klein geschrieben wird. Das machte ein bb schon immer so – besser bekannt als Bert Brecht – während alle anderen aus wissenschaftlichen Belangen behaupteten, man könne auf keinen Fall die Großschreibung abschaffen. Vielleicht ist daher auch „asphalt und sand“ so ein kleiner, leiser Protest. Denn lautes Raus-Grölen ist nicht BUHAIs Sache. Eher die leisen, gezielten Nadelstiche zwischen Akupunktur und Schmerzen oder eben „asphalt und sand“. Dabei ist ihr (besungener) Grundsatz ganz einfach und gerade deswegen so überzeugend: „gib alles“.


BUHAI nennen ihre musikalische Mixtur sogar Kraut Pop und liegen damit gar nicht so verkehrt. Denn neben den poetischen, nachdenklichen und oft melancholischen Texten und der dahinter oft verträumten Grundstimmung auf „asphalt und sand“ schleichen sich in BUHAIs Musik ganz unterschiedliche Einflüsse ein: Pop-Harmonien und atmosphärischer Bar-Jazz, Synthie- und Indie-Pop, Liedermacher- und Chanson-Klänge, welche den Texten ihrer Sängerin Meryem Kiliç eine klare Dominanz einräumen. Und die erinnert einen tatsächlich mitunter an ALIN COEN, wobei auf die Dauer der Gesang etwas eintönig wirkt – ähnlich wie auch auf der gerade erst veröffentlichten LP von Frau Coen.
Schön und eigenwillig, aber nicht so variabel, dass er eine aufregende Grundstimmung erzeugt. Na ja, dann „denk nicht daran“...


So jedenfalls bewegen sich BUHAI verträumt zwischen den unterschiedlichen Genres guter deutscher Pop-Musik mit Hang zur Wiederholung, die Wert auf textlichen wie musikalischen Anspruch legt, ohne dabei das offensichtlichen Bedürfnis zu verspüren, sich dem Mainstream anbiedern zu müssen und das Musikerfähnchen in den Silbermond-, Louisan- oder Fischer-Wind zu hängen. In diesem Falle ist es eher die Hamburger Schule rund um DIE STERNE oder TOCOTRONIC und DIE BRAUT HAUT INS AUGE.

Am wichtigsten ist und bleibt bei BUHAI eben „das gefühl“, dem sie folgen und das sie offensichtlich auch auf „asphalt und sand“ nicht trügt, weswegen sie grundsätzlich genau dort weitermachen, wo sie bei ihrem Debüt aufhörten.


FAZIT: Sie setzen auf zu viel „Gefühl“ und zu wenig Abwechslung. So gesehen bleiben sich BUHAI auch auf ihren zweiten Album „asphalt und sand“ treu, das deutschsprachigen Kraut Pop mit deutlichem Hamburger-Schul-Flair präsentiert und von anfänglicher Begeisterung hin zu harmonischer Eintönigkeit tendiert, selbst wenn immer mal wieder Einflüsse von Pop-Harmonien und atmosphärischem Bar-Jazz, Synthie- und Indie- sowie Liedermacher- und Chanson-Klänge auf „asphalt und sand“ zu erkennen sind.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 42x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (18:35):
  • das gefühl (3:19)
  • asphalt und sand (3:13)
  • jolie (3:32)
  • in den straßen (2:46)
  • gib alles (3:00)
  • reim und schmerz (2:45)
  • Seite B (21:36):
  • denk nicht daran (3:34)
  • vielleicht (3:00)
  • countdown (3:00)
  • crazy train (4:05)
  • egal wohin (3:38)
  • weiter (4:19)

Besetzung:

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