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Anger Mgmt.: Anger Is Eternal (Review)

Artist:

Anger Mgmt.

Anger Mgmt.: Anger Is Eternal
Album:

Anger Is Eternal

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Noise Rock, Post Punk

Label: Noisolution
Spieldauer: 34:00
Erschienen: 24.04.2026
Website: [Link]

Der Ärger bleibt. Zeit also für ein zweites ANGER MGMT Album. Die Welt ist augenscheinlich immer noch verkommen und Potenzial für Ärger und Frust findet sich tagtäglich aufs Neue. Umso erstaunlicher mutet die Leichtigkeit an, mit der „Anger Is Eternal“ zuweilen groovt. Mit „I Thought I'd Started to Make Progress Again“ gehen die Schweizer zwar erstmal ruppig und aufgekratzt in die Vollen, aber schon „Torch the Lies“ klingt zurückhaltender, groovt stellenweise verhalten und kommt mit einem unterschwellig melancholischen Refrain um die Ecke, der dezente Grunge-Vibes verbreitet.


„Under My Skin“ spielt dagegen meisterhaft mit Dynamik. Der Bass treibt das Stück beständig voran, während die Strophen mit jeder Zeile weiter anschwellen und im Refrain schließlich zu einer Art tanzbaren Exzess finden. Der Gitarrenteppich tut sein Übriges und führt perfekt in die Stimmung von „Trace The Cracks“ ein.
Es geht um kleine Knackpunkte in zwischenmenschlichen Beziehungen, aus denen nach und nach ein irreparabler Riss hervorgeht. Kein Wunder also, dass das Stück in erster Linie durch eine unvorhersehbare Dynamik fesselt.


Dass ANGER MGMT. das, nach wie vor alles beherrschende, Thema Wut in ihrer Musik jedoch nicht hinter kryptischen Metaphern verstecken, sondern in Stücken wie „Keep Trying“ oder „No Future“ direkt ansprechen, macht „Anger Is Eternal“ zu einem sehr nahbaren Album, das abseits der drängenden Musik tiefe Furchen schlägt, ohne allzu offensiv schmerzhaft zu klingen.
Denn trotz der pessimistisch angehauchten Thematik, lässt es sich zu Titeln wie „Anything Ahead“ immer noch nach Herzenslust über den heimischen Asphalt oder die nächstgelegene Tanzfläche fegen, immer im Versuch, den eigenen Frust zu vergessen.


Dass das innere Brodeln aber bleibt, stellt spätestens die Erkenntnis in „Echoes“ fest. Ohne den Fuß vom Tanz-Gas zu nehmen, denn die Katharsis soll wenigstens den Anschein von Beständigkeit haben. Umso erstaunlicher wirkt da die tendenziell versöhnliche Note in „Buzz“. Der Druck wird zurückgefahren, das Tempo gedrosselt und zu marginaler Grunge-Ästhetik gesellen sich eingängige Wärme und charmant-kaputte Ohrwurmgesänge, die jedoch nicht komplett über das unterschwellige Brodeln der Thematik hinwegtäuschen können.


FAZIT: ANGER MGMT. stellen ihrem Debüt mit „Anger Is Eternal“ ein ebenbürtiges Zweitwerk zur Seite und klingen immer noch wie explosives Emotionsdynamit. Dass sich so mancher Auswuchs des Wutpotenzials der Schweizer in Richtung Zurückhaltung gewandelt hat, zeugt dann auch weniger von Gelassenheit als eher von introvertierter Ärger-Therapie, die immer noch zwischen rohen Emotionen, Extravaganz und kantigen Hymnen hin- und herspringt.

Dominik Maier (Info) (Review 55x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • I Thought I'd Started to Make Progress Again
  • Torch the Lies
  • Under My Skin
  • Trace The Cracks
  • In This Body
  • Cut the Rot (ft. Thorsten Polomski)
  • Keep Trying
  • Anything Ahead
  • Echoes
  • No Future
  • Buzz

Besetzung:

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